Projektverlauf Spa Classic Racer

Kawasaki GPz 750

Für die Teilnahme an dem 4 Stunden Langstreckenrennen in Spa Francorchamps bei den Bikers Classic Days haben wir eine Kawasaki GPz 750 gewählt. Die Kawa ist im Serientrimm das leichteste Alteisen und stellt somit für uns eine gute Basis da. Natürlich kann sie nicht so bleiben. Da unser Budget begrenzt ist, ist viel Einfallsreichtum und Eigenleistung gefragt. Übrigens, unsere Werbeflächen sind noch komplett frei (Sponsoren werden gern genommen).

02.02.2017

Wir haben eine günstige GPz als Basis in Dortmund gefunden. Jetzt erstmal zurück in die Werkstatt im Hohen Norden.

03.02.2017

Die Kawa in die Werkstatt verbracht und mit dem Zerlegen und der Bestandsaufnahme begonnen. Und erster Schreck: Was ist das denn für eine Zündung? Hat doch irgendein Spassvogel eine Kontaktzündung eingebaut. Wie soll das denn mit der CDI funzen? Und überhaupt: Das grenzt schon an Beschiss. Leider passt auch keiner der mitgelieferten Schlüssel zum Tankschloß. Also aufbohren. Der augenscheinliche Allgemeinzustand ist bescheiden. Hoffentlich wird es nicht noch schlimmer.

04.02.2017

Und weiter geht's. Nach der Demontage des Zylinderkopfes kommt ein astreiner Kolbenfresser zutage. Um der Ursache auf den Grund zu gehen erstmal Öl ablassen und Motor weiter zerlegen. Angeblich soll ja kein Öl mehr im Motor sein. Stimmt fast: Statt Öl läuft Wasser aus dem Ölkühler! Fuck, überall Wasser und Rost. "Schlechter Kauf" denke ich. Des weiteren fehlen in den Steigleitungen die Öldüsen!!! Wie kann man einen Motor so zusammenbauen? Unglaublich.

05.02.2017

Allen Widrigkeiten zum Trotz schonmal für die Bikers Classic Days im Touristenverkehr genannt. Bei dem Event wollen wir herausfinden ob man mit 87 PS und 230 kg in Spa Francorchamps Spaß haben kann.

06.02.2017

Heute ist der 810 ccm Kolbensatz aus Japan eingetroffen. Das lässt hoffen.

07.02.2017

Leider muss der Umbau erstmal ruhen. Andere Projekte und das Tagesgeschäft haben Vorrang.

10.03.2017

Das Grauen geht weiter. Ich frage mich, ob dieser Schrotthaufen als Basis in Frage kommt. Wo man hinschaut nichts als Wasser und Rost.

07.04.2017

Wasser und Rost wohin man schaut. Interessant ist auch die Motorhalterung. Als Befestigung fungiert Klebeband!!!! Nun gut. Fangen wir mal mit etwas erfreulichen an. Mal schauen wie die Räder der Gixxe passen könnten.

08.04.2017

Für den Umbau stehen neben drei Gabeln (PC 25, GSX-R 1100 und FZR 750) auch 30 Flaschen Bier zur Verfügung. Da fällt die Entscheidung leicht :-) Okay, es wird dann doch die FZR Gabel samt GSX-R Vorderrad. Derweil sind im Wareneingang die überarbeiteten Zylinder für den 810 ccm Satz sowie der angepasste Zylinderkopf angekommen. Die Endkontrolle findet pflichtgemäß durch meinen Mitarbeiter statt.

09.05.2017

Um die Bremssättel der XJ 900 an die FZR Gabel und die GSX-R Bremsscheiben anzupassen mache ich mir erstmal Muster für die Adapterplatten aus Holz. An dieser Stelle vielen Dank für den Tip an Pauki.

10.05.2017

Ziemlich aufwendig aber dank Holz relativ einfach zu bearbeiten. Am Schluss sitzen die Sättel perfekt. Jetzt kann die Zeichnung erstellt und die Adapterplatten in Auftrag gegeben werden. Düse wird das schon hinkriegen.

12.05.2017

Rechte Seite ist nun auch fertig.

23.05.2017

Alea jacta est. Die als Basis gedachte GPZ ist leider in einem zu schlechten Zustand. Somit musste kurzfristig Ersatz her. In der Nähe von Bremerhaven wurde ich fündig. Die Kawasaki stand zwar auch schon ein paar Jahre und lief bei der Besichtigung nur auf 3 Zylindern (wenn überhaupt) aber der erste Eindruck war positiv. Außerdem konnte ich einen Ersatzmotor günstig dazu erwerben. Ich hoffe diesmal eine bessere Wahl getroffen zu haben. Arbeit wartet ja immer, aber alles Schrott ist inakzeptabel.

01.06.2017

Die erste Sitzprobe fällt positiv aus. Aber leider ist es wie immer: Die Vergaser machen Ärger. Springt schlecht an und läuft kacke.

04.06.2017

Drei Tage Vergaser bearbeiten zeigen erste Wirkung. Die GPz 750 springt an, läuft ruhig und nimmt Gas an. Das ist eine Basis für den ersten Test und Abstimmungsarbeiten bei Build not bought am Spreewaldring. Aber auch Spa Francorchamps rückt immer näher.

10.06.2017

Build not bought am Spreewaldring. Die richtige Strecke zum Abstimmen der Vergaser und des Fahrwerks. Nach drei Tagen intensiven Vergaser / Auspuff Abstimmung läuft die Kawa schon ganz gut.

29.06.2017

Es ist soweit, ab nach Spa-Francorchamps.

30.06.2017

Fahrerlager Idylle mit Spiegelei :-) weil man ja fit sein will. Die Kawa macht ihre Sache gut. Läuft bergauf immerhin 185 km/h und die Qualizeit von 3:20 ist in greifbarer Nähe.

08.08.2017

Zurück in der Werkstatt werden die in Spa-Francorchamps gewonnenen Erkenntnisse umgesetzt. Die erzielbare Höchstgeschwindigkeit ist nicht so hoch als das wir mit Lenkerstummeln fahren müßten. Also haben wir uns für mehr Komfort entschieden. Altersgerecht eben :-)
Außerdem kommen jetzt endlich Räder, Gabel und Bremsen zum Einsatz. Der erste Test wird das Stadtpark Revival sein. Wir sehen uns im Fahrerlager (ein Becher Kaffee steht für Interessierte immer bereit).